Detailaufnahme einer Kameralinse mit blauem Hintergrund

Glossar

E

Eichfähiges System

Ein eichfähiges System ist ein Messsystem, das die gesetzlichen Anforderungen für den Einsatz im geschäftlichen Verkehr erfüllt und für eine amtliche Eichung vorbereitet ist. Es ermöglicht die rechtskonforme Erfassung von Messwerten, die für Abrechnungs- oder Vertragszwecke verwendet werden.

Eichfähige Systeme gewährleisten, dass Messwerte präzise, reproduzierbar und gegen unzulässige Veränderungen geschützt sind. In der Logistik kommen sie insbesondere bei der Erfassung von Abmessungen und Gewichten zum Einsatz, wenn die Messergebnisse als Grundlage für die Berechnung von Transportkosten oder anderen abrechnungsrelevanten Leistungen dienen. Je nach Einsatzland müssen dabei die geltenden gesetzlichen Vorschriften und Messgeräterichtlinien eingehalten werden.

Praxisbeispiel:
Ein KEP-Dienstleister nutzt ein eichfähiges DWS-System, um Paketmaße und Gewichte rechtskonform zu erfassen und die Versandkosten auf einer rechtssicheren Messgrundlage zu berechnen.

Siehe auch: Abrechnungszwecke, DWS, Eichfähigkeit, Europäische Messgeräterichtlinie (MID), Frachtabrechnung, Gewichtserfassung, Messgenauigkeit, Volumengewicht

Eichfähigkeit

Die Eichfähigkeit bezeichnet die Eigenschaft eines Messsystems, die gesetzlichen und messtechnischen Voraussetzungen für eine amtliche Eichung zu erfüllen. Sie ist erforderlich, wenn Messergebnisse im geschäftlichen Verkehr für Abrechnungs- oder Vertragszwecke verwendet werden.

Ein eichfähiges Messsystem erfüllt definierte Anforderungen an Messgenauigkeit, Wiederholbarkeit, Manipulationssicherheit und Dokumentation. Erst nach erfolgreicher Eichung darf es für abrechnungsrelevante Messungen eingesetzt werden. In der Logistik betrifft dies insbesondere Systeme zur Erfassung von Abmessungen und Gewichten, deren Messwerte als Grundlage für die Berechnung von Transport- oder Lagerkosten dienen.

Praxisbeispiel:
Ein Paketdienst setzt für die automatische Ermittlung von Versandkosten ausschließlich DWS-Systeme mit Eichfähigkeit ein, damit alle abrechnungsrelevanten Messwerte den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Siehe auch: Abrechnungszwecke, DWS, Eichfähiges System, Europäische Messgeräterichtlinie (MID), Frachtabrechnung, Gewichtserfassung, Messgenauigkeit, Volumengewicht

Eingangsscan

Ein Eingangsscan ist die erstmalige automatische oder manuelle Erfassung einer Sendung oder Ladeeinheit beim Wareneingang. Er dient der Identifikation, Dokumentation und Nachverfolgung des Wareneingangs innerhalb logistischer Prozesse.

Beim Eingangsscan werden je nach Anwendung Barcodes, 2D-Codes oder RFID-Transponder ausgelesen und mit weiteren Informationen wie Zeitstempel, Lagerort oder Messdaten verknüpft. In automatisierten Logistikzentren erfolgt der Scan häufig in Kombination mit der Dimensionserfassung und Gewichtserfassung innerhalb eines DWS-Systems. Dadurch stehen alle relevanten Stammdaten unmittelbar für die weitere Bearbeitung und Steuerung der Materialflüsse zur Verfügung.

Praxisbeispiel:
Beim Entladen eines Lkw wird jede Palette automatisch gescannt, vermessen und gewogen, bevor sie dem Lagerverwaltungssystem zur weiteren Verarbeitung übergeben wird.

Siehe auch: Barcode, DWS, Dimensionserfassung, Gewichtserfassung, Lagerverwaltungssystem (LVS), RFID, Stammdatenerfassung, Wareneingang

Energieeffizienz

Energieeffizienz umfasst die optimale Nutzung von Energie, um eine gewünschte Leistung mit möglichst geringem Energieeinsatz zu erreichen. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und dem daraus entstehenden Nutzen eines Systems oder Prozesses.

In der Logistik und Automatisierung spielt Energieeffizienz eine wichtige Rolle bei der Auslegung und dem Betrieb von Maschinen, Förderanlagen und IT-Systemen. Moderne Anlagen nutzen beispielsweise intelligente Steuerungen, energieoptimierte Komponenten und bedarfsgerechte Betriebsweisen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Auch digitale Prozessdaten können dabei helfen, Anlagen effizienter zu betreiben und unnötige Energieverbräuche zu erkennen. Energieeffiziente Lösungen tragen zu nachhaltigen und wirtschaftlichen Logistikprozessen bei.

Praxisbeispiel:
Eine automatisierte Förderanlage passt ihre Leistung an das tatsächliche Sendungsaufkommen an und reduziert dadurch den Energieverbrauch während lastarmer Zeiten.

Siehe auch: Automatisierung, Digitalisierung, Fördertechnik, Industrie 4.0, Nachhaltigkeit, Prozessoptimierung, Sensorik, Transporttechnik

EPAL (European Pallet Association e. V.)

Die European Pallet Association e. V. (EPAL) ist die internationale Organisation für den Standard und die Qualitätssicherung von EPAL-Ladungsträgern. Sie definiert verbindliche Vorgaben für Herstellung, Reparatur, Kennzeichnung und den Austausch genormter Holzpaletten.

EPAL sorgt durch ein weltweit einheitliches Lizenz- und Prüfsystem dafür, dass Paletten eine gleichbleibend hohe Qualität und Austauschfähigkeit besitzen. Die standardisierten Ladungsträger sind fester Bestandteil moderner Logistikprozesse und ermöglichen eine effiziente Lagerung, Förderung und den internationalen Warentransport. Automatisierte Logistiksysteme und KI-gestützte Prüfsysteme erkennen EPAL-Paletten anhand ihrer normierten Merkmale und überprüfen deren Zustand.

Praxisbeispiel:
Vor dem Verladen prüft ein automatisiertes Inspektionssystem, ob eine EPAL-Palette den Qualitätsanforderungen entspricht oder aufgrund von Beschädigungen aus dem Palettenpool aussortiert werden muss.

Siehe auch: Automatische Paletteninspektion, Europalette, Fördertechnik, Künstliche Intelligenz (KI), Ladungsträger, Materialfluss, Qualitätskontrolle, Rückverfolgbarkeit

Erfassungsgenauigkeit

Die Erfassungsgenauigkeit beschreibt, mit welcher Präzision ein Mess- oder Identifikationssystem Daten von Packstücken, Paletten oder anderen Ladeeinheiten ermittelt. Sie gibt an, wie zuverlässig die erfassten Werte mit den tatsächlichen Eigenschaften eines Objekts übereinstimmen.

Die Erfassungsgenauigkeit wird von verschiedenen Faktoren wie Sensorik, Messverfahren, Fördergeschwindigkeit, Umgebungsbedingungen und der Beschaffenheit des Messobjekts beeinflusst. Eine hohe Genauigkeit ist entscheidend für automatisierte Logistikprozesse, da sie fehlerfreie Stammdaten, zuverlässige Frachtabrechnungen und eine sichere Prozesssteuerung ermöglicht. Moderne DWS-Systeme erreichen durch den Einsatz von 3D-Sensoren und intelligenter Auswertesoftware eine konstant hohe Messqualität.

Praxisbeispiel:
In einem E-Commerce-Fulfillment-Center werden täglich tausende Versandkartons mit hoher Erfassungsgenauigkeit vermessen, damit Lager- und Versandprozesse ohne manuelle Nachkontrollen ablaufen können.

Siehe auch: 3D-Sensoren, Dimensionserfassung, DWS, Eichfähigkeit, Gewichtserfassung, Messgenauigkeit, Sensorik, Stammdatenerfassung

ERP-System

ERP-System steht für Enterprise Resource Planning und bezeichnet eine Softwarelösung zur Planung, Steuerung und Verwaltung zentraler Unternehmensprozesse. Es verbindet verschiedene Geschäftsbereiche und stellt eine einheitliche Datenbasis für betriebliche Abläufe bereit.

ERP-Systeme unterstützen unter anderem Bereiche wie Einkauf, Produktion, Vertrieb, Finanzen, Personal und Logistik. In der Lieferkette dienen sie als zentrale Informationsplattform und werden häufig mit WMS, TMS, DWS-Systemen und weiteren Automatisierungslösungen verbunden. Dadurch können Daten wie Aufträge, Stammdaten, Bestände, Messwerte oder Versandinformationen durchgängig verarbeitet werden. Eine integrierte Systemlandschaft verbessert Transparenz, Datenqualität und die effiziente Steuerung von Geschäftsprozessen.

Praxisbeispiel:
Nach der automatischen Erfassung von Abmessungen und Gewicht eines Packstücks werden die Daten über eine Schnittstelle an das ERP-System übertragen und für Versand und Abrechnung genutzt.

Siehe auch: Datenschnittstelle, DWS, Master Data Management (MDM), SAP, Stammdatenerfassung, Supply Chain Management (SCM), Transportmanagementsystem (TMS), Warehouse Management System (WMS)

Etikettierung

Die Etikettierung bezeichnet das Anbringen von Kennzeichnungen auf Waren, Packstücken, Paletten oder Ladungsträgern zur eindeutigen Identifikation und Weiterverarbeitung. Sie stellt sicher, dass alle relevanten Informationen entlang der gesamten Logistikkette zuverlässig verfügbar sind.

Bei der Etikettierung werden beispielsweise Barcodes, QR-Codes, RFID-Tags, SSCC-Labels, Versandetiketten oder Gefahrgutkennzeichnungen aufgebracht. Moderne Etikettiersysteme arbeiten automatisiert und sind in DWS-, ERP-, WMS- und Transportmanagementsysteme integriert. Dadurch werden Etiketten auf Basis aktueller Prozessdaten erstellt, fehlerfrei appliziert und unmittelbar für nachgelagerte Prozesse wie Identifikation, Sortierung oder Versand genutzt.

Praxisbeispiel:
Nach der automatischen Vermessung und Gewichtserfassung bringt ein Etikettiersystem selbstständig das passende Versandetikett auf einem Karton an und übergibt die Sendung an die Förderanlage.

Siehe auch: Barcodescanner, Datenerfassung, Dokumentenhandling, GS1, redtagger, RFID (Radio-Frequency Identification), Scanner, Versandetikett

Europäische Messgeräterichtlinie (MID)

Die Europäische Messgeräterichtlinie (Measuring Instruments Directive, MID) ist eine EU-Richtlinie, die einheitliche Anforderungen an bestimmte Messgeräte und deren Konformitätsbewertung festlegt. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Messgeräte innerhalb der Europäischen Union rechtssicher in Verkehr gebracht und für gesetzlich geregelte Anwendungen eingesetzt werden können.

Die MID definiert Anforderungen an Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit, Dokumentation und Konformitätsbewertung ausgewählter Messgeräte. Für die Logistik ist sie insbesondere relevant, wenn Messwerte für Abrechnungszwecke verwendet werden und dabei eichrechtliche Vorgaben einzuhalten sind. Hersteller und Betreiber profitieren von harmonisierten europäischen Standards, die einen grenzüberschreitenden Einsatz geeigneter Messsysteme erleichtern.

Praxisbeispiel:
Ein Logistikdienstleister setzt Messsysteme ein, deren Konformität mit den Anforderungen der MID nachgewiesen wurde, um abrechnungsrelevante Messwerte europaweit rechtskonform verwenden zu können.

Siehe auch: Abrechnungszwecke, Eichfähigkeit, Eichfähiges System, Frachtabrechnung, Gewichtserfassung, Konformitätsbewertung, Messgenauigkeit, Messwesen

Europalette

Die Europalette ist ein standardisierter Ladungsträger aus Holz, der für Transport, Lagerung und Umschlag von Waren in der europäischen Logistik eingesetzt wird. Sie ermöglicht eine einheitliche Handhabung durch Fördertechnik, Flurförderzeuge und automatisierte Lagersysteme.

Die Europalette entspricht definierten Abmessungen und Qualitätsanforderungen und ist als Mehrweg-Ladungsträger besonders weit verbreitet. Sie wird in Produktions-, Handels- und Logistikprozessen genutzt und erleichtert die Planung von Lagerflächen, Transportkapazitäten und Materialflüssen. Durch ihre Standardisierung kann sie effizient mit automatisierten Vermessungs-, Identifikations- und Lagersystemen verarbeitet werden.

Praxisbeispiel:
Eine beladene Europalette wird im Warenausgang automatisch vermessen und gewogen, bevor die Daten für Transportplanung und Frachtabrechnung genutzt werden.

Siehe auch: Automatische Paletteninspektion (MSPP), EPAL, Gewichtserfassung, Ladungsträger, Palettenmanagement, Transportgut, Warenausgang, Wiegetechnik