Detailaufnahme einer Kameralinse mit blauem Hintergrund

Glossar

K

Kalibrierung

Die Kalibrierung bezeichnet den Vergleich eines Messsystems mit einem rückführbaren Referenznormal, um dessen Messgenauigkeit zu überprüfen. Sie dient dazu, mögliche Messabweichungen zu erkennen und die Zuverlässigkeit der Messergebnisse nachzuweisen.

Im Unterschied zur Eichung oder Justierung verändert eine Kalibrierung das Messsystem nicht, sondern dokumentiert lediglich dessen Messverhalten. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements und trägt dazu bei, die Genauigkeit von Messsystemen dauerhaft sicherzustellen. In der Logistik werden Dimensionierungs-, Wäge- und DWS-Systeme regelmäßig kalibriert, um reproduzierbare Messwerte und eine hohe Prozessqualität zu gewährleisten.

Praxisbeispiel:
Vor der Inbetriebnahme eines neuen Dimensionierungssystems wird die Messgenauigkeit mithilfe kalibrierter Referenzkörper überprüft und dokumentiert.

Siehe auch: DWS, Eichfähigkeit, Eichfähiges System, Erfassungsgenauigkeit, Europäische Messgeräterichtlinie (MID), Gewichtserfassung, Messgenauigkeit, Qualitätsmanagement

Kamerasensoren

Kamerasensoren sind optische Sensoren, die Bilder oder Videodaten erfassen und für die automatische Analyse von Objekten und Prozessen bereitstellen. Sie dienen der Identifikation, Vermessung, Qualitätsprüfung und Überwachung in industriellen und logistischen Anwendungen.

Moderne Kamerasensoren arbeiten mit hochauflösender Bildverarbeitung und werden häufig mit Künstlicher Intelligenz oder Deep Learning kombiniert. Sie erkennen Barcodes, Gefahrgutlabel, Konturen, Beschädigungen oder Objektpositionen und liefern die Daten in Echtzeit an übergeordnete Systeme. In der Logistik sind Kamerasensoren ein zentraler Bestandteil automatisierter DWS-Systeme und anderer Lösungen zur Stammdatenerfassung und Prozesssteuerung.

Praxisbeispiel:
Auf einer automatisierten Förderanlage erfassen Kamerasensoren jedes Packstück, lesen den Barcode aus und prüfen gleichzeitig die Konturen sowie mögliche Beschädigungen.

Siehe auch: 3D-Sensoren, Barcode, Deep Learning, DWS, Gefahrgutlabel, Künstliche Intelligenz (KI), Objekterkennung, Sensorik

KEP-Unternehmen

Ein KEP-Unternehmen ist ein Dienstleister, der Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen für den nationalen und internationalen Versand von Sendungen anbietet. Es übernimmt die Annahme, den Transport, die Sortierung und die Zustellung von Paketen und Dokumenten innerhalb definierter Laufzeiten.

KEP-Unternehmen betreiben hochautomatisierte Logistiknetzwerke mit Umschlagzentren, Förderanlagen und digitalen Informationssystemen. Für eine schnelle und fehlerfreie Abwicklung kommen Technologien wie DWS-Systeme, Barcodeerkennung, Kamerasensoren und automatische Sortieranlagen zum Einsatz. Die dabei erfassten Stammdaten bilden die Grundlage für Sendungsverfolgung, Frachtabrechnung und eine effiziente Steuerung der gesamten Transportkette.

Praxisbeispiel:
In einem Paketzentrum eines KEP-Unternehmens werden mehrere tausend Sendungen pro Stunde automatisch identifiziert, vermessen, gewogen und der richtigen Zustellroute zugeordnet.

Siehe auch: Barcode, DWS, Frachtabrechnung, Frachtdaten, Paketsortierung, Sendungsverfolgung, Transportmanagementsystem (TMS), Warenfluss

KI-gestützte Objekterkennung

Die KI-gestützte Objekterkennung bezeichnet die automatische Identifikation und Klassifizierung von Objekten mithilfe Künstlicher Intelligenz. Sie ermöglicht die zuverlässige Erkennung von Packstücken, Paletten, Etiketten oder anderen Objekten anhand von Bild- und Sensordaten.

Für die KI-gestützte Objekterkennung werden Kamerasensoren, 3D-Sensoren und Deep-Learning-Modelle eingesetzt, die auch komplexe Formen, Beschädigungen oder Kennzeichnungen zuverlässig erkennen. Die Technologie unterstützt unter anderem die Qualitätskontrolle, die automatische Stammdatenerfassung und die Prozesssteuerung in der Intralogistik. Durch ihre hohe Erkennungsgenauigkeit lassen sich manuelle Kontrollen reduzieren und Abläufe effizienter gestalten.

Praxisbeispiel:
In einem Paketzentrum erkennt ein KI-System automatisch beschädigte Versandkartons, Gefahrgutlabel und überstehende Ladungen und leitet betroffene Sendungen gezielt zur weiteren Prüfung aus.

Siehe auch: 3D-Sensoren, Deep Learning, Gefahrgutlabel, Kamerasensoren, Künstliche Intelligenz (KI), Objekterkennung, Qualitätskontrolle, Sensorik

Kollo

Ein Kollo ist eine einzelne versandfähige Verpackungs- oder Transporteinheit innerhalb einer Sendung. Es kann beispielsweise aus einem Karton, einer Kiste, einem Sack, einer Palette oder einer anderen transportfähigen Ladeeinheit bestehen.

Eine Sendung kann aus einem oder mehreren Kolli bestehen, die jeweils separat gekennzeichnet, erfasst und transportiert werden. Für jedes Kollo werden in der Logistik häufig Abmessungen, Gewicht und Identifikationsdaten automatisch erfasst, um Transport-, Lager- und Sortierprozesse effizient zu steuern. Die eindeutige Identifikation jedes Kollos ermöglicht eine lückenlose Sendungsverfolgung und eine präzise Frachtabrechnung.

Praxisbeispiel:
Eine Maschinenlieferung besteht aus fünf Kolli, die beim Warenausgang einzeln vermessen, gewogen und mit einem Barcode versehen werden, bevor sie gemeinsam versendet werden.

Siehe auch: Barcode, Fracht, Frachtdaten, Ladungsträger, Sendungsverfolgung, Stammdatenerfassung, Warenfluss, Warenausgang

Kommissionierung

Die Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Waren entsprechend eines Kundenauftrags oder Produktionsbedarfs. Sie dient dazu, die benötigten Artikel vollständig und in der richtigen Menge für den weiteren Versand oder die Fertigung bereitzustellen.

Die Kommissionierung erfolgt manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisch und wird häufig durch Lagerverwaltungs- und Pick-by-Systeme unterstützt. Eine präzise Stammdatenerfassung sowie die eindeutige Identifikation der Artikel gewährleisten fehlerfreie Abläufe und kurze Bearbeitungszeiten. In modernen Logistikzentren ist die Kommissionierung ein zentraler Prozess zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Lieferfähigkeit.

Praxisbeispiel:
Ein automatisches Lagersystem stellt die für einen Kundenauftrag benötigten Artikel bereit, während das Lagerverwaltungssystem den Mitarbeitenden den optimalen Kommissionierweg vorgibt.

Siehe auch: Intralogistik, Lagerverwaltungssystem (LVS), Materialfluss, Pick-by-Light, Pick-by-Voice, Stammdatenerfassung, Warenfluss, Warehouse Management System (WMS)

Konformitätsbewertung

Die Konformitätsbewertung umfasst die systematische Prüfung und Bewertung, ob ein Produkt, ein System oder ein Verfahren die festgelegten gesetzlichen, normativen oder technischen Anforderungen erfüllt. Sie dient als Nachweis für die Übereinstimmung mit geltenden Vorgaben.

Bei Messgeräten, Automatisierungslösungen und technischen Systemen ist die Konformitätsbewertung ein wichtiger Bestandteil der Zulassung und Markteinführung. Sie kann Prüfungen, technische Dokumentationen und Bewertungen durch Hersteller oder unabhängige Stellen umfassen. In der Logistik betrifft dies beispielsweise Waagen, Dimensionierungssysteme und DWS-Anlagen, deren Messwerte für Abrechnung oder andere geschäftliche Prozesse verwendet werden. Eine erfolgreiche Konformitätsbewertung schafft Vertrauen in die Sicherheit, Qualität und regelkonforme Funktion eines Systems.

Praxisbeispiel:
Vor dem Einsatz eines eichfähigen Dimensionierungssystems wird geprüft, ob die technischen Anforderungen erfüllt sind und die erforderlichen Nachweise für den Betrieb vorliegen.

Siehe auch: Audit, Eichfähigkeit, Mess- und Eichgesetz (MessEG), OIML, PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt), Validierung, WELMEC, Zertifizierung

Konturprüfung

Die Konturprüfung bezeichnet die automatische Überprüfung der äußeren Form und Abmessungen von Packstücken, Paletten oder Ladeeinheiten. Sie dient dazu, Überstände, Verformungen oder andere Abweichungen von definierten Sollkonturen zuverlässig zu erkennen.

Für die Konturprüfung werden 3D-Sensoren, Laserscanner oder kamerabasierte Bildverarbeitung eingesetzt, die Objekte berührungslos erfassen und mit vorgegebenen Referenzwerten vergleichen. Sie trägt dazu bei, Kollisionen in Förderanlagen zu vermeiden, die Prozesssicherheit zu erhöhen und die Qualität logistischer Abläufe sicherzustellen. Moderne KI-gestützte Systeme erkennen dabei auch komplexe Konturabweichungen in Echtzeit.

Praxisbeispiel:
Vor der Verladung einer Luftfrachtsendung prüft ein automatisiertes Konturprüfsystem, ob die Ladeeinheit die zulässigen Konturen des Unit Load Device (ULD) einhält und ohne Einschränkungen in das Frachtflugzeug verladen werden kann.

Siehe auch: 3D-Sensoren, Dimensionserfassung, Erfassungsgenauigkeit, Freiformerkennung, Kamerasensoren, KI-gestützte Objekterkennung, Objekterkennung, Qualitätskontrolle

KPI (Key Performance Indicators)

Key Performance Indicators (KPIs) sind messbare Kennzahlen zur Bewertung der Leistung von Prozessen, Anlagen oder Unternehmen. Sie dienen dazu, Ziele zu überwachen, Entwicklungen zu analysieren und fundierte Entscheidungen auf Basis objektiver Daten zu treffen.

In der Logistik werden KPIs genutzt, um beispielsweise Durchsatz, Fehlerquoten, Anlagenverfügbarkeit, Liefertermintreue oder die Auslastung von Förder- und Lagertechnik zu bewerten. Die Kennzahlen werden häufig automatisch aus Lagerverwaltungs-, ERP- oder DWS-Systemen ermittelt und in Dashboards visualisiert. Dadurch lassen sich Schwachstellen frühzeitig erkennen und Prozesse gezielt optimieren.

Praxisbeispiel:
Ein Logistikleiter überwacht täglich KPIs wie Durchsatz, Messgenauigkeit und Anlagenverfügbarkeit, um die Leistung eines automatisierten Paketzentrums kontinuierlich zu verbessern.

Siehe auch: Datenanalyse, Digitalisierung, DWS, Materialfluss, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, Stammdatenerfassung, Visualisierung

Kubaturfaktor

Der Kubaturfaktor ist ein Umrechnungsfaktor zur Berechnung des Volumengewichts einer Sendung. Er legt fest, in welchem Verhältnis das gemessene Volumen in ein abrechnungsrelevantes Gewicht umgerechnet wird.

Der Kubaturfaktor wird von Transportunternehmen und Organisationen abhängig vom Verkehrsträger oder der Versandart festgelegt. Er kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn großvolumige, aber leichte Sendungen mehr Laderaum beanspruchen als ihrem tatsächlichen Gewicht entspricht. Moderne DWS-Systeme berechnen das Volumengewicht automatisch anhand der erfassten Abmessungen und des hinterlegten Kubaturfaktors und stellen die Daten unmittelbar für Transportplanung und Frachtabrechnung bereit.

Praxisbeispiel:
Bei der Abfertigung einer Luftfrachtsendung berechnet das DWS-System mithilfe des hinterlegten Kubaturfaktors automatisch das Volumengewicht, das anschließend als Grundlage für die Transportkosten dient.

Siehe auch: Dimensionserfassung, DWS, Frachtabrechnung, Frachtvermessung, Frachtdaten, Luftfracht, Volumengewicht, Volumenmessung

Künstliche Intelligenz (KI)

Die Künstliche Intelligenz umfasst Methoden und Technologien, mit denen Computersysteme Aufgaben ausführen können, die normalerweise menschliche Fähigkeiten wie Erkennen, Lernen, Analysieren und Entscheiden erfordern. Sie ermöglicht die Verarbeitung großer Datenmengen und die Ableitung von Mustern oder Handlungsempfehlungen.

In der Logistik wird Künstliche Intelligenz eingesetzt, um Prozesse zu automatisieren, Vorhersagen zu treffen und komplexe Entscheidungen zu unterstützen. Anwendungen finden sich beispielsweise in der Bildverarbeitung, Objekterkennung, Qualitätskontrolle, Bedarfsplanung und Prozessoptimierung. In Verbindung mit Sensorik, DWS-Systemen und Machine-Learning-Verfahren können logistische Abläufe intelligenter gesteuert und kontinuierlich verbessert werden.

Praxisbeispiel:
Ein KI-gestütztes Kamerasystem erkennt automatisch Beschädigungen, Überstände oder fehlende Kennzeichnungen auf Paletten und unterstützt dadurch die Qualitätsprüfung im Logistikprozess.

Siehe auch: Computer Vision, Deep Learning, Datenanalyse, Machine Learning, Objekterkennung, Predictive Analytics, Predictive Vision for Logistics, Prozessoptimierung