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Objekterkennung
Die Objekterkennung bezeichnet die automatische Identifikation und Lokalisierung von Objekten anhand von Bild-, Sensor- oder Messdaten. Sie ermöglicht es, verschiedene Objekte zuverlässig zu unterscheiden und deren Eigenschaften digital zu erfassen.
In der Logistik kommt die Objekterkennung in Kombination mit Kameras, LiDAR-, Laser- und KI-Systemen zum Einsatz, um Packstücke, Paletten, Behälter oder Gefahrgutkennzeichnungen automatisch zu erkennen. Die gewonnenen Informationen unterstützen Prozesse wie Dimensionierung, Sortierung, Qualitätskontrolle und Materialflusssteuerung. Moderne Algorithmen ermöglichen dabei eine schnelle und zuverlässige Erkennung auch bei hohen Fördergeschwindigkeiten und wechselnden Umgebungsbedingungen.
Praxisbeispiel:
Ein KI-gestütztes Kamerasystem erkennt auf einer Förderanlage automatisch Kartons, Folienverpackungen und Gefahrgutlabel und übergibt die Ergebnisse an das Lagerverwaltungssystem.
Siehe auch: Bildverarbeitung, Kamerasensoren, KI-gestützte Objekterkennung, LiDAR, Sensorik, 3D-Sensoren, Freiformerkennung, Lasertriangulation
OCR (Optical Character Recognition)
OCR (Optical Character Recognition) bezeichnet ein Verfahren zur automatischen Erkennung und Digitalisierung von gedruckten oder geschriebenen Zeichen aus Bildern oder Dokumenten. Es wandelt Textinformationen in maschinenlesbare Daten um und ermöglicht deren digitale Weiterverarbeitung.
OCR wird in der Logistik eingesetzt, um Adressetiketten, Versanddokumente, Lieferscheine oder Seriennummern automatisch auszulesen. In Kombination mit Kamerasystemen, Bildverarbeitung und KI lassen sich Informationen schnell erfassen und unmittelbar an ERP-, WMS- oder Transportmanagementsysteme übergeben. Dadurch werden manuelle Eingaben reduziert, Prozesse beschleunigt und die Datenqualität verbessert.
Praxisbeispiel:
In einem Paketzentrum liest ein OCR-System automatisch die Empfängeradresse und Sendungsnummer eines beschädigten Versandetiketts aus und übermittelt die Daten an die Sortieranlage.
Siehe auch: Barcodescanner, Bildverarbeitung, Datenerfassung, Kamerasensoren, KI-gestützte Objekterkennung, Objekterkennung, OCR-B, Sendungsverfolgung
OCR-B
OCR-B ist eine standardisierte Schriftart, die speziell für die automatische optische Zeichenerkennung entwickelt wurde. Sie ermöglicht Maschinen das zuverlässige Lesen von Zeichen und unterstützt die automatisierte Verarbeitung von Informationen.
OCR-B wird häufig für maschinenlesbare Beschriftungen, Dokumente und Kennzeichnungen eingesetzt. In der Logistik unterstützt die Technologie die automatische Erfassung von Informationen auf Etiketten, Versanddokumenten und Warenbegleitpapieren. In Verbindung mit Scannern, Kamerasystemen und Bildverarbeitung können Zeichen ausgelesen und digitale Prozesse ohne manuelle Eingaben unterstützt werden. Dadurch verbessert OCR-B die Effizienz und Zuverlässigkeit bei der Datenerfassung.
Praxisbeispiel:
Ein Dokumentenscanner erkennt eine OCR-B-Schrift auf einem Versanddokument und überträgt die erfassten Informationen automatisch in das angeschlossene Logistiksystem.
Siehe auch: Bildverarbeitung, Datenerfassung, Dokumentation, Dokumentenhandling, Identifikation, OCR (Optical Character Recognition), Scanner, Versandetikett
OIML
Die OIML (Organisation Internationale de Métrologie Légale) ist eine internationale Organisation zur Harmonisierung gesetzlicher Anforderungen an Messgeräte und Messverfahren. Sie entwickelt weltweit anerkannte Empfehlungen, um die Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit von Messungen im internationalen Handel zu fördern.
Die OIML veröffentlicht technische Richtlinien und Prüfanforderungen für Messgeräte wie Waagen, Dimensionierungssysteme und andere eichpflichtige Messmittel. Viele nationale und internationale Vorschriften orientieren sich an diesen Empfehlungen oder übernehmen sie als Grundlage für Zulassungs- und Konformitätsverfahren. In der Logistik unterstützt die OIML einheitliche Messstandards und schafft Vertrauen in die Genauigkeit und Rechtssicherheit von Messdaten.
Praxisbeispiel:
Ein Hersteller entwickelt ein neues DWS-System nach den Empfehlungen der OIML, um die Voraussetzungen für internationale Zulassungen und den weltweiten Einsatz zu erfüllen.
Siehe auch: Eichfähigkeit, Mess- und Eichgesetz (MessEG), Mess- und Eichverordnung (MessEV), MID (Measuring Instruments Directive), MID-konform, NTEP (National Type Evaluation Program), PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt), Zertifizierung
OIML R:129
Die OIML R 129 ist eine internationale Empfehlung der OIML für Messgeräte zur Bestimmung der Abmessungen von Waren. Sie legt die messtechnischen und technischen Anforderungen fest, damit Dimensionierungssysteme zuverlässige und rechtssichere Messergebnisse liefern.
Die OIML R 129 definiert Prüfverfahren, Genauigkeitsklassen und Leistungsanforderungen für statische und dynamische Dimensionierungssysteme. Sie dient Herstellern, Prüfstellen und Behörden als Grundlage für die Bewertung und Zulassung entsprechender Messgeräte. In der Logistik ist die Einhaltung der OIML R 129 insbesondere bei DWS-Systemen von Bedeutung, deren Messwerte für Frachtabrechnung, Versand oder andere geschäftliche Zwecke verwendet werden.
Praxisbeispiel:
Ein Hersteller lässt ein Dimensionierungssystem nach OIML R 129 prüfen, damit die erfassten Abmessungen für die internationale Frachtabrechnung rechtskonform verwendet werden können.
Siehe auch: Dimensionierungssysteme, DWS, Eichfähigkeit, Mess- und Eichgesetz (MessEG), MID (Measuring Instruments Directive), NTEP (National Type Evaluation Program), OIML, Zertifizierung
Omnichannel-Logistik
Omnichannel-Logistik umfasst die vernetzte Steuerung von Warenströmen über verschiedene Vertriebs- und Absatzkanäle hinweg. Sie verbindet stationären Handel, Onlinehandel und weitere Verkaufskanäle zu einer einheitlich gesteuerten Logistikstruktur.
Dabei werden Bestände, Aufträge, Lagerprozesse und Transportabläufe kanalübergreifend koordiniert. Digitale Systeme wie ERP-, WMS- und TMS-Lösungen ermöglichen eine transparente Bestandsführung und eine flexible Auftragsabwicklung. Automatisierte Prozesse, Echtzeitdaten und intelligente Lagersteuerung unterstützen eine schnelle Bereitstellung von Waren und verbessern die Reaktionsfähigkeit auf unterschiedliche Kundenanforderungen.
Praxisbeispiel:
Ein Kunde bestellt online ein Produkt, das automatisch aus dem optimal verfügbaren Lagerbestand ausgewählt, kommissioniert und über den passenden Versandweg ausgeliefert wird.
Siehe auch: Digitalisierung, ERP-System, Intralogistik, Lagerverwaltungssystem (LVS), Materialfluss, Supply Chain Management (SCM), Transportmanagementsystem (TMS), Warehouse Management System (WMS)